Folge 11: Die Currywurst

Dass deutsche Wurst eine wahnsinnig große Auswahl bietet, das habe ich in einer anderen Episode schon erzählt. Es gibt gekochte Würste, gebratene Würste, Würste zum Streichen und auch Wurst mit Soße. Eine ganz besondere Wurst ist die Currywurst. Fast jeder hat wohl in Deutschland schon mal eine gegessen, vor allem diejenigen, die schon einmal in Berlin waren. Wer die Currywurst erfunden hat und was diese Spezialität so alles ausmacht, das erfährst du in dieser Folge. Lass uns loslegen.

Auch wenn Curry sehr exotisch ist und sich eher nach etwas indischem oder asiatischen anhört: Die Currywurst ist eine komplett deutsche Erfindung.

Das Gericht Currywurst besteht aus einer angebratenen Bratwurst, die geschnitten wird und mit einer Soße übergossen wird. Diese Soße besteht aus Tomaten und Curry-gewürz. Oben drüber wird meist noch Curry-Pulver gestreut, um die Currywurst schön anzurichten.

Als Beilage gibt es meistens Pommes.

Die Currywurst ist ein sehr erfolgreiche Mahlzeit. 2013 wurden laut einer Studie ungefähr 800 Millionen Currywurst verzehrt. Das sind etwa 10 Currywürste, pro in Deutschland lebender Person. Auch ist die Currywurst in Kantinen sehr beliebt: Sie war 28 Jahre in Folge das beliebteste Mittagsessen in Kantinen. Eine Kantine ist ein einfaches Restaurant, was meistens für Mitarbeiter eines Unternehmens gedacht ist und von diesem auch betrieben wird.

Die Currywurst entstand nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in West-Berlin. Herta Heuwer hat in Berlin Charlottenburg im Jahr 1949 die berühmte Curry-Soße erfunden.

Sie sagt, sie hat die Soße selbst aus Tomatenmark hergestellt und mit besonderen Gewürzen abgeschmeckt.

Noch heute gibt es am Standort ihres Imbisses eine Gedenktafel für Heuwer. Und natürlich kann man ihre Erfindung, gerade in Berlin, wirklich überall kaufen und geniessen.

Es gibt eine besondere Berliner Currywurst: Hier hat man die Wahl: Mit Darm oder ohne. Die Currywurst mit Darm ist außen sehr knackig. Die ohne Darm, hat wie der Name schon sagt, keine Hülle aus Darm, und ist deswegen weicher.

Currywurst wird oft bereits geschnitten serviert. Dazu gibt es sogar eine Maschine mit einem typisch deutschen Namen: Die Currywurstschneidmaschine. Dort kann man die Wurst hineinlegen, sie wird dann automatisch in kleine Scheiben geschnitten.

Es gibt Currywurst auch als Fertiggericht für die Mikrowelle, im Glas oder in einer Plastik-Box. Ich finde aber, frisch gebraten ist sie immer noch am Besten.

Die Currywurst hat auch einige kulturelle Einflüsse:
Der bekannte Deutsche Sänger Herbert Grönemeyer hat ein Lied namens "Currywurst" gesungen, und es gab in Berlin bis vor einigen Jahren sogar ein Currywurst Museum. Der frühere Kanzler von Deutschland, Gerhard Schröder, ist ein bekennender Currywurst-Liebhaber. 2011 hat die Deutsche Post eine Briefmarke mit einer Currywurst darauf veröffentlicht.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber mir läuft gerade schon das Wasser im Mund zusammen und ich werde hungrig, wenn ich an die Currywurst denke.
Ich bin nun am Ende der heutigen Folge angekommen. Wie schon gesagt, ich habe die website ganzschoendeutsch.de, auf der du den Text nachlesen und dich über alles Aktuelle zum Podcast informieren kannst. Hoffentlich konntest du heute etwas Deutsch lernen! Und jetzt, abschalten