Wenn du an Deutschland denkst, denkst du dann nicht als erstes an das deutsche Bier? Und was gibt es schöneres, als draußen unter einem grünen Dach aus Kastanien-Blättern ein kühles Bier zu genießen?
Genau dieses einzigartige Erlebnis bietet der Biergarten. Biergärten gibt es vor allem in Bayern, und ein Biergarten ist nicht einfach ein ganz normales Restaurant. Was den Biergarten so besonders macht, das erfährst du in dieser Folge.
Ein traditioneller Biergarten in Bayern hat ein besonderes Aussehen. Am Boden liegen meistens kleine Kieselsteine, die Tische sind sehr einfach, und es stehen große Kastanienbäume im Garten, die Schatten spenden.
Diese Atmosphäre ist aber nicht zufällig entstanden, oder nur, weil sie einfach schön ist. Sie hat einen besonderen Ursprung.
Früher musste das Bier nämlich in den kalten Monaten hergestellt werden, und auch in kühlen Temperaturen gelagert werden. Da es natürlich in der Zeit noch keinen Kühlschrank gab, musste man das Bier in Kellern lagern. Das sind Räume, die sich unter der Erde befinden. Dadurch ist es dort auch im Sommer sehr kühl.
Um die Temperatur unter der Erde noch weiter zu senken, streute man oben Kies aus und pflanzte Kastanienbäume. Die haben nämlich sehr flache Wurzeln und zerstören dadurch den Keller unter ihnen nicht.
Weil die Bierbrauer natürlich ihr Bier am Liebsten direkt verkaufen wollten, stellten sie einfach über ihrem Keller Tische, Stühle, und eine Schenke aus. Der Biergarten war geboren.
Früher war es üblich, dass ein Wirt in seinem Biergarten wirklich nur Bier und Brot anbieten durfte, also keine richtigen Mahlzeiten. Deswegen brachten die Besucher ihre eigene Brotzeit mit und aßen sie im Biergarten mit einem dort gekauften Bier.
Zwischenzeitlich hat sich die Situation natürlich verändert. Es wurden im 17. Jahrhundert immer mehr Gaststätten eröffnet. Viele davon hatten auch ihren eigenen Garten. Auch für diese Gärten setzte sich der Begriff Biergarten durch, auch wenn nicht alle dieser Restaurants wirklich einen Bierkeller darunter hatten.
Und natürlich ist es inzwischen in jedem Biergarten möglich, direkt etwas zu essen zu bestellen. Die Tradition, dass man auch selber etwas zu essen mitbringen kann, bleibt aber vor allem in Oberbayern und in Franken erhalten.
Das steht sogar im Gesetz: In der Bayerischen Biergartenverordnung steht, dass man immer eine Brotzeit in den Biergarten mitbringen darf.
Viele Menschen verbinden einen schönen Fahrradausflug oder eine Wanderung im Sommer mit einem Besuch im Biergarten. Die Atmosphäre ist freundlich, die Kastanien spenden Schatten und man kann sich entweder etwas zu essen bestellen, oder seinen eigenen Proviant verspeisen.
Für mich ist der Biergarten eine sehr schöne und sinnvolle Tradition in Bayern. Besuche doch auch mal einen, wenn du in Bayern bist!
Ich bin nun am Ende der heutigen Folge angekommen. Wie schon gesagt, ich habe die website ganzschoendeutsch.de, auf der du den Text nachlesen und dich über alles Aktuelle zum Podcast informieren kannst. Hoffentlich konntest du heute etwas Deutsch lernen! Und jetzt, abschalten