Kein anderes Land liebt Wurst so sehr wie Deutschland. Es gibt über 1500 registrierte Sorten von Wurst hier, die alle sehr unterschiedlich sind. Und selbst ich als Deutscher bin im Supermarkt oft einmal überfordert, wenn ich an der Wursttheke stehe und mir eine Sorte aussuchen muss. Im Gegensatz dazu, wenn ich im Ausland bin, dann erschrecke ich oft, dass es in anderen Ländern so wenig Auswahl gibt.
Heute möchte ich euch näher erklären, was es in Deutschland für Wurstsorten gibt, und welche kulturelle Bedeutung das Würstchenessen hier hat.
Klar, jeder weiß, was eine Wurst ist. Einen Hotdog hat wohl schon jeder einmal gegessen, aber weil es in Deutschland eine so unglaublich große Auswahl gibt, lohnt es sich, genauer hinzusehen.
Wir definieren "Wurst" also erst einmal so:
Eine Wurst ist ein Produkt, was von Tieren stammt. Es besteht aus dem Fleisch, dem Blut oder den Organen des Tiers. Das wird dann zerkleinert und gewürzt mit Salz und Gewürzen. Die Masse, die dann entsteht, wird meistens in eine längliche Hülle gefüllt. So entsteht die typische Form einer Wurst. Die Hülle ist meistens der Darm eines Tieres, oder sie wird künstlich hergestellt. Es gibt aber auch Wurst, die in Gläser oder Dosen gefüllt wird.
Erst einmal klingt das ganz einfach, aber es gibt unglaublich viele Rezepte und Arten von Würsten.
Man kann das Fleisch, was man verwendet, verändern. Die am meisten verwendeten Fleischsorten sind Schwein, Rind und Kalb. Schweine kennt ihr bestimmt, und ein Rind kann eine Kuh oder ein Ochse sein. Ein Kalb ist eine Babyrind. Ziemlich traurig, dass wir das essen, oder? Seltener gibt es auch Wurst aus Geflügel, also Hähnchen oder Truthahn, oder vom Schaf.
Außerdem kann man auch verändern, wie fein oder grob man das Fleisch zerkleinert. Die Masse kann entweder noch sehr große Stücke von Fleisch oder Speck enthalten, oder sie ist so fein, dass man gar keine Stücke mehr erkennt
Man kann eine Wurst dann anschließend entweder roh lassen, backen, oder kochen. Wenn eine Wurst roh bleibt, wird sie meistens geräuchert oder getrocknet. Das tut man, damit sie länger haltbar ist und nicht schlecht wird.
Natürlich haben viele Würste auch noch spezielle Zutaten, zum Beispiel Pilze, Pistazien, Paprika und noch viel mehr. Auch beim Würzen kann man sehr kreativ werden.
Eine bekannte Wurstsorte in Deutschland ist die Weißwurst. Genauer gesagt, sie kommt aus Bayern, einem südlichen Bundesland. Sie besteht aus Kalb- oder Schweinefleisch, Speck und Gewürzen. Sie wird gekocht und dann mit süßem Senf und einer Brezel gegessen.
Generell gibt es sehr viele Würste, die nach Orten oder Städten benannt wurden. Zum Beispiel die kleinen Bratwürste aus Nürnberg, die Nürnberger. Eine Firma hat sogar eine Wurst nach Deutschland benannt, die Deutschländer. Und komischerweise heißen die bekannten "Wiener Würstchen", in Wien stattdessen "Frankfurter"
Dass die Wurst in Deutschland kulturell sehr tiefe Wurzeln geschlagen hat, sieht man auch in der Sprache. Es gibt sehr viele Ausdrücke und Redewendungen, die sich auf Würste beziehen.
Wenn man jemanden einen Hanswurst nennt, meint man damit, dass man diese Person nicht wirklich respektiert. Die Person ist mitleiderregend oder bedauernswert.
Wenn man sagt "Das ist mir Wurst", dann bedeutet das, es ist mir egal.
Wenn es "um die Wurst geht", dann steht eine sehr wichtige Entscheidung bevor. Zum Beispiel, wenn es beim Fußball kurz vor dem Ende des Spiels 1 zu 1 steht, und beide Mannschaften sich richtig anstrengen, um noch ein Tor zu schießen.
Ich hoffe, ihr findet in Deutschland eine Wurst, die euch ganz besonders gut schmeckt. Eine große Auswahl gibt es ja. Und auch für Vegetarier und Veganer gibt es mittlerweile viele Möglichkeiten.
Ich bin nun am Ende der heutigen Folge angekommen. Wie schon gesagt, ich habe die website ganzschoendeutsch.de, auf der du den Text nachlesen und dich über alles Aktuelle zum Podcast informieren kannst. Achja, und ein weiteres passendes Sprichwort gibt es zur Wurst auch noch: "Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei". Und in diesem Sinne, abschalten :)